Selbstgeschriebenes!

Kennst Du den kleinen Hund?!

So eine kleine, zierliche und süße Hündin. Schau sie dir an und du kannst es sehen, wie sie vor Freude sich im Kreis dreht, mit dem Schwanz wedelt und umher tollt, neugierig und genauso wenn es um sie leise und still wird, sie sich in voller Reinheit, Treue und Schönheit in ihr Hundekörbchen legt.
 

Wenn Nachts der Mond und die Sterne am Himmel leuchten, durchs Fenster viele kleine Lichtstrahle zum Hundekörbchen schweben, kannst du die Engel sehen, sie umarmen den zarten Hundekörper und du siehst das sanfte Hundeglück, könnte sie lächeln, man würde es immer sehen.
 

Es kommt der Tag, der immer kommt, zu jedem, ob Tier oder Mensch, der Tag an dem man sein Zuhause verlässt und auf eine große Reise geht, mit der Sehnsucht im Herzen, die Neugierde des Erfahrens und die Hoffnung aufs große und kleine Glück.
So ging auch der kleine Hund in einem Moment, der ihr wie von Engelhand geführt, der richtige Augenblick erscheinen ließ um sich auf den Weg der großen Reise zu machen. Alles was sie bei sich trug, war ihre Schönheit, Reinheit und ihr unwiderstehliches Lächeln. Sie sah so viele einzigartige Bilder, fasziniert von den wunderschönen Gesehenen und erschreckt, entsetzt von dem schrecklich Gesehenen.
 

Wenn es Nacht wurde, fand der kleine Hund stets einen Platz wo er sich ausruhen konnte, auch wenn es kalt, ungemütlich und laut war, der kleine Hund hatte die Gewissheit, dass auch in dieser Nacht ein Engelslicht sie zärtlich umhüllt. Viele Menschen hätten den kleinen Hund so gerne einen festen Platz geschenkt, manchmal blieb sie eine Weile, doch sie fühlte, da gibt es noch mehr. Von einem unbestimmten Führen, lässt sie sich weitertreiben.
 

Auch wenn es manchmal noch so schwer war, niemand da war, der ihr Futter gab oder mit ihr spielte, sie streichelte und lobte, ließ sie sich nicht beirren auf dem Weg zu ihrem Traum, irgendwann ihren Platz bei einem Herrchen zu begegnen, wo sie zu Ruhe kommt, zu "Hause" angekommen ist.

Der kleine Hund wurde erwachsen und immer mehr Erfahrungen prägten die noch so zierliche Hundeseele.
Auch die Liebe zu einem großen, starken Hund begegnete ihr. Er gab ihr halt und zeigte ihr die Freiheit des Lebens ohne ein Herrchen. Das große Glück, gemeinsam in Freiheit durch die Welt zu ziehen. Er sorgte sich sehr, ums Futter, um einen warmen Schlafplatz und sie tobten, manchmal zu wild.
 

Ab und an schlich sich trotz all dem Wohlsein bei ihr der geheime Wunsch nach einem Herrchen ein, wo sie beide wohlbehütet bleiben können.
 

Lange Zeit lebten sie im Glück und Fülle, mit dem unbestimmten Sehnen. Zwei wunderbare Hundebabys schien die Erfüllung eines unbeschreiblichen Hundewunschleben zu sein. Zwei so niedliche Welpen, die sehr viel Schutz da draußen brauchten.
Das große Glück, was vielleicht nur ein kleines war und so kam der Tag, an dem sie und ihre Welpen alleine einschlafen mussten. Die Tage wurden länger, die Nächte kälter, ihre große starke Hundeliebe kam nicht zurück.
 

Nun blieb kein anderer Weg als stark zu sein, um das Wohlergehen ihrer Welpen wie eine Löwin zu kämpfen und so sehr suchte sie nach einem Zuhause, einem Herrchen wo sie wieder zur Ruhe kommt. Diese Hoffnung wurde sehr bald wahr. Voller vertrauen an ihr Glück fand sie mit ihren Welpen einen Platz an der Seite eines unbekannten Herrchen.
 

Es schien, dass große Glück war da oder wird es nur wieder ein kleines sein, Angst schlich sich ein.
 

Es tat so gut, Verantwortung abzugeben, erst als es fast zu spät war, bemerkte sie, der Preis war viel zu hoch. Sie gab sich auf, konnte ihren Welpen keinen halt mehr schenken und zerbrach leise in sich. Ihr neues Herrchen war doch ganz nett und der Platz wo sie schliefen warm. So oft verstand sie die Anweisungen von ihrem Herrchen nicht, sie ließ sich in eine Ecke treiben und fing an zu bellen, es gab keinen anderen Ausweg mehr, sie fing an zu beißen, darauf folgte die unumgängliche Flucht.

Alleine, hungrig und müde lief der kleine Hund mit seinen Welpen umher, ohne Ziel, ohne Orientierung. In jeder Nacht lag sie schützend an ihre Welpen, ihre tiefe Traurigkeit ließ sie nicht schlafen und immer wenn sie am Himmel einen Stern erblickte sprach sie zu ihm :" Lieber Stern, auch wenn ich noch so stark zu sein scheine, ich habe nur einen einzigen Wunsch. Nach einer langen, großen Reise möchte ich einfach nur noch nach Hause. Ich möchte bitte wieder nach Hause!"
 

Die Tränen streichelten ihr über die Hundewange und so fand sie manchmal doch noch ein bisschen Schlaf.

Die Zeit verstrich, ihre Welpen wuchsen zu niedlichen, kleinen Hunden heran. Es gab viele Menschen, die sich an ihnen erfreuten. Vielleicht hatten die jungen Hündchen ohne ihre Hundemutter eine bessere Chance ein Zuhause zu finden. Der Gedanke daran ließ das Herz der kleinen Hündin vor Schmerzen bluten. Sie musste doch irgendwann mal auf dem richtigen Weg sein, konnte sie es nur nicht sehen?
 

Was für ein Hundeleben, der kleine Hund war nicht mehr stark. Schwach und endlos müde, keine Tränen mehr, so schlief sie an der Seite ihrer großen Welpen ein.
 

Ein zartes Licht berührte ihre Augen, sie öffnen, nein, dass wollte sie nicht, was sollte sie da wohl sehen. Eine ruhige und kraftvolle Stimme weckte ihre letzte Hoffnung, dass zarte Licht in ihre vom Leid gezeichneten Augen scheinen zu lassen.
Vor ihr stand ein Herrchen, an seiner Seite ein wohl starker, liebevoller Hund. Das Herrchen kniete sich vor den kleinen Hund, streichelte ihr über das nasse, kalte Fell und sagte:" Wollt ihr mit nach Hause kommen?".

© Monika Herbrand, 07/2010